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DP-Opposition legt Alternativkonzept vor (4.1.2006)
Zur zweiten Sitzung in dieser Amtsperiode waren sämtliche Räte erschienen.
Eingangs der Sitzung wurden verschiedene Taxen und Preise angepasst. So wird die Abwassertaxe auf Vorschlag des LSAP-CSV-Schöffenrats von 0.22€ auf 0.40€ pro Kubikmeter angehoben. Das Minerval, welches für nicht gemeindeansässige Schulkinder bezahlt werden muss, wird von 125 € auf 200 € pro Trimester erhöht. Die DP-Räte machten hierzu einen Alternativvorschlag, um dem ‘Schultourismus’ (rund 35 solcher Kinder, d.h. zwei Schulklassen, besuchen z.Z. die verschiedenen Schulen in der Gemeinde) zu stoppen: sie schlugen vor, das Minerval bis zum Sommer bei 125€ zu belassen, dann ab 2006/2007 für jene Kinder, welche zZ schon eingeschrieben sind, auf 200€ zu erhöhen. Für Kinder, welche ab dem 1.1.2006 eingeschrieben werden, sollten laut DP 400€ bezahlt werden. Dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit verworfen, ihr eigener Vorschlag wurde bei drei Enthaltungen (DP und CSV-Rat Pütz) angenommen. Der Preis für das Essen auf Rädern wird von 6€ auf 7€ erhöht werden. Rat Hansen (DP) bemerkte hierzu, daß die Essensauslieferung am Sonntag überdacht werden sollte, da ab 2006 die Gemeinde pro Essen 4.5 € bezuschussen muss.
Provisorisch und einstimmig genehmigt wurde ein Teilbebauungsplan in der rue du Parc in Mertert, wo 5 Doppelhäuser entstehen sollen. Hier legte der Gemeinderat fest, dass das letzte Haus solange nicht gebaut werden darf, wie das Restaurant Goedert weiterbesteht. Definitiv genehmigt wurden zwei PAP in der ‘rue Basse’ in Mertert, nachdem keine schriftlichen Beschwerden eingereicht wurden. Rat Gilbert Peusch (DP) begründete seine doppelte Enthaltung damit, dass er als neues Ratsmitglied nicht genug Informationen zu den beiden Bauvorhaben hätte, um sich ein genaues Bild von den Folgen machen zu können. Schöffe Leonardy sagte, dass man gewillt sei, den dörflichen Charakter von Mertert zu erhalten.
Einstimmig positiv begutachtet wurde ein notarieller Akt zwischen der Wasserbilliger Kirchenfabrik und der Cegedel.
Danach konnten die Räte ihre Bemerkungen zu den am 21.12.2006 vorgestellten Haushaltsvorlagen vorbringen. Die Oppositionsräte Hansen und Peusch gingen genau auf etliche Punkte ein und fragten zusätzliche Erklärungen. Rat Hansen forderte im Namen seiner Fraktion u.a. die Einführung eines gestaffelten Wasserpreises, stellte Fragen über Deulux, das Parkingproblem in Wasserbillig, die Verwendung der kommunalen Beiträge an das LeaderPlus-Programm und die geplante ‘Maison relais’. Da gespart werden müsse, forderte er eine Reduzierung der Entschädigungen für Schöffen- und Gemeinderat sowie die beratenden Kommissionen um 10%, welches jedoch postwendend von der Mehrheit abgeleht wurde. Er forderte weiterhin eine Analyse über die hohen Kosten im Informatik- und Telekombereich. Hansen wies auf das chronische strukturelle Defizit bei der Müllentsorgung hin, wo die Gemeinde, trotz anderslautendem Abfallgesetz, 48% bezuschusse. Nicht einverstanden zeigten sich die DP-Räte mit der Idee, eine kommunale Bibliothek einzurichten, hier plädierten sie für eine regionale Zusammenarbeit mit Grevenmacher. Ein Dorn im Auge bleibt ihnen auch der Zustand des Kulturzentrums in Wasserbillig, welches eine neue Bühne, eine bessere Beleuchtung sowie eine Renovierung des Daches benötige. Der DP-Sprecher sagrte in seinen Schlussbemerkungen, dass das neue Budget nur wenig neue Ideen aufweise, die dann teilweise auch noch in die falsche Richtung gehen würden. Es sei an der Zeit, dass man aufhöre, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen, hier sei mehr Ehrlichkeit gefragt. Er plädierte für eine langfristig ausgelegte und vorsichtigere Politik, einen kommunalen Investitionsplan und eine Finanzkommission. Auch solle man Häuser in Gemeindebesitz instandsetzen und vermieten sowie den Latenightbusdienst endlich einführen. Hansen verglich das Budget mit einem uninteressanten Tischwein, der hoffentlich nicht zu sauer aufstossen werde. Er kündigte nichtsdestotrotz die Mitarbeit der DP in den kommenden Jahren an. Rat Franzen (LSAP) ging auf die seiner Ansicht nach vielen, guten Änderungen im Budget ein, derweil Schöffe Scheid (CSV) eher die Kontinuität hervorhob. Sein Amts- und Parteikollege Leonardy, dem die DP-Kritik sichtlich überhaupt nicht schmeckte, sagte, dass Investitionen eben viel Geld kosten würden und dass die Opposition das nicht anerkennen würde. Rat Hansen erwiderte, dass die DP bereit sei, konstruktiv mit zu arbeiten, ohne jedoch ihre Oppositionsrolle zu vergessen. Schliesslich sei man nicht gewählt worden, um stumm und kopfnickend mit allem einverstanden zu sein.
Hier die Eckdaten der Haushalte:
Rektifiziertes Budget 2005 (in Mio €) Ordentliche Einnahmen: 8.16 Ordentliche Ausgaben : 7.57 Ausserordentliche Einnahmen : 5.92 Ausserordentliche Ausgaben : 9.11 Voraussichtliches Mali : 0.199
Budget 2006 (in Mio €) Ordentliche Einnahmen: 8.26 Ordentliche Ausgaben : 7.94 Ausserordentliche Einnahmen : 5.83 Ausserordentliche Ausgaben : 5.88 Voraussichtliches Boni : 0.066
Zum Budgetausgleich 2006 muss eine weitere Anleihe von 2.7 Mio € genommen werden, die kommunale Schuld wird Ende 2006 die12-Millionengrenze erreichen. Das rektifizierte Budget 2005 wurde mit 10 Stimmen (Enthaltung Hansen) und das Budget 2006 mit 9 Stimmen (Enthaltung Hansen und Peusch) angenommen.
Auf Vorschlag des Schöffenrats werden folgende Leute in der neuen Schulkommission vertreten sein : Bürgermeister Stefanetti, Romain Achten, Claude Franzen, Josiane Glodt-Schiltz, Modesta Siegler-Gonzales sowie Simone Steffes-Hebeler sowie ein vom Klerus zu benennendes Mitglied. Im Namen seiner Fraktion zeigte sich DP-Rat Hansen nicht einverstanden mit dieser Besetzung, da die Posten nicht ausgeschrieben worden seien und da sie politisch sehr stark in eine bestimmte Richtung tendieren würde. Darauf erwiderte Bürgermeister Stefanetti, diese Kommission sei unpolitisch. Der Gegenvorschlag der DP, die Schulkommission nach Ausschreibung demokratisch zu besetzen, wurde von der Mehrheit abgeleht.
Zu bemerken sei, dass zwei von der DP eingebrachte Motionen nicht zur Abstimmung kamen, weil die Mehrheit beschloss, sie erst in einer der nächsten Sitzungen zu behandeln.
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